Sonntag, 8. Februar 2015

Sport ist nicht Mord, oder etwa doch?



Das Sprichwort „Sport ist Mord“ kam bisher gar nicht gut an bei mir. Meist kam es von hämisch grinsenden Bewegungsmuffeln, wenn sie mich mit Schrammen vom Biken sahen, oder muskelkaterjaulend durch die Gegend humpelnd. Jaja, da hatten sie immer gut reden, und trotzdem finde ich Sport immer noch besser als fies zu grinsen (gut, das ist vielleicht auch ein Sport? Und die Verletzungsgefahr ist gering, ausser Kieferverrenkungen kann nicht viel passieren).

Heute jedoch fragte ich mich zum ersten Mal, ob vielleicht nicht doch ein Funken Wahrheit drin steckt, wie in den meisten Sprichwörtern. Guten Mutes nämlich (obwohl ich immer verliere) packte ich am Morgen meine Utensilien für ein paar Runden Badminton. Ab ins Auto und los in Richtung Nachbardorf.

Beim Aufstellen des Netzes kann noch nicht so viel passieren, auch nicht beim Rollläden herunter lassen, damit die Sichtverhältnisse für beide Spielrichtungen gut sind. Dann eine kurze Aufwärmrunde vor dem ersten Match. Ab und zu schlägt man sich hierbei das Racket selber um die Ohren (unabsichtlich natürlich) oder landet auf den Knien, wenn man etwas zu enthusiastisch unterwegs ist. Das ist alles kein Problem und einkalkulierbar.

Nach fünf Machtes lautet der Spielstand 5:1, und nein, natürlich nicht für mich. Trotz aussichtslosem Spielstand gebe ich alles und renne dem Shuttle hinterher. Da! Die Chance!! Ich sehe, wie der Gegner den Shuttle verfehlt. Sofort entspanne ich mich, aber noch während ich auf den Shuttle starre, der im gegenüberliegenden Spielfeld auf dem Boden liegt, nehme ich aus den Augenwinkeln wahr, dass da noch immer etwas in der Luft herumfliegt. Direkt auf meine Nase zu! Und es zeigt ein sehr seltsames Flugverhalten. Mein Mann kann es nicht sein, denn der steht mit ungläubigem Blick nebem dem Shuttle. Aaaaah!! Sein Racket schiesst auf mich zu!! In letzter Sekunde bringe ich meine Nase in Sicherheit, bevor das Ding neben meinem Schienbein auf den Boden knallt. Hätte in diesem Moment jemand durchs Fenster in die Halle geäugt, hätte er sich wohl etwas über die Anordnung der Gegenstände gewundert: Zwei Rackets im selben Spielfeld, der Shuttle im anderen Feld, je ein Tränen lachender Spieler pro Feldhälfte. Was ist hier falsch?

Jetzt frage mich natürlich, ob das ein Anschlag auf meine Nase war. Oder psychologische Kriegsführung? Egal was es war, ich bin einmal mehr mit Pauken und Trompeten untergegangen. Aber Hauptsache es macht Spass und meine Nase ist noch ganz.


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