Mittwoch, 14. Mai 2014

Holiday: sun, fun and nothing to do?



Holiday: when hearing this word, an image of palm trees and a hammock in a beautiful landscape pops up in my head. I can almost feel the sun touching my skin and the sea breeze tousling my hair. An immediate feeling of relaxation sets in.

However, holiday can also look quite different from the picture above. Sweat dribbling down my neck, very heavy legs pedaling uphill, out of breath conversations (if any at all) and an inner fight against a voice that asks me again and again why on earth I am doing this. Sometimes this voice can get really loud and use nasty words that I didn’t know existed before. While pedaling, trying to breathe and not lose my balance I have to tell the voice off, since it’s really not very helpful at this very moment.

On my last bike trip (which was probably a bit too difficult for my current level of fitness) I discovered that somebody’s misfortune can also be somebody else’s (in this case mine) luck. Our trail was quite steep and it seemed to be a never-ending story. I was completely exhausted and therefore the tail-light of our group. I passed two women, both literally hanging over their mountain bikes and not looking very happy. I grabbed the opportunity to finally stop and asked whether they needed any help. Indeed they did need help. One of them had slipped when passing a wooden water gutter and had what looked at the first glance like a small injury. 

Really slowly I dismounted my bike, took off my backpack and looked for the first-aid kit while trying to catch my breath. While digging in my bag I took a closer look at the woman’s injury. It didn’t look too good, since she not only had a small laceration on her elbow but something about her wrist looked very weird. She had obviously tried to stop her fall with her hand and by doing that hurt herself pretty badly. The procedure of disinfecting her wound, looking for a strong painkiller, putting a bandage on and explaining where the next hospital is took its time, so when I was ready to catch up with my group I felt almost relaxed (unfortunately, I knew what laid ahead of us which immediately made my muscles tired again).


Some time later we reached the top of our trip, none of us feeling very dynamic anymore but looking forward to the often discussed Italian bar on the next mountain (I really hoped that the restaurant hadn’t closed down since the last time I was there, otherwise my friends would probably lynch me). With good luck on my side we reached the bar and it welcomed us as expected. My legs breathed a sigh of relief knowing that for an hour or so they could relax (except for getting drinks and something to eat for the rest of us). 

Leaving the bar has never been easy before and it wasn’t today either. Right after mounting our bikes again (with a full stomach and extremely tired legs) the last uphill meters had to be conquered. Three of the four of us gave in to their inner voice and pushed the bike for the last few meters. Then the downhill part started. We decided to try out a new trail (which was not on our map), knowing full well that in this region this decision could be very wrong, since trails not on the map often lead to pushing the bike not only uphill, but also downhill (which is not why we had tormented ourselves with a long and tiring uphill ride). 

With luck still being on our side the trail was only partially too difficult to ride, most of it was absolutely amazing. Steep, difficult enough, no other bikers or hikers, wonderful weather, beautiful scenery and two lakes awaiting us, one in the middle of the downhill ride and the big one welcoming exhausted bikers with bars and bistros. 

Sitting in one of the comfortable lounge chairs with a spectacular view of the lake and the mountains, feeling the sun on my skin, letting go of the tension and knowing that a tasty Italian aperitivo is on its way, I feel as relaxed as in the above-mentioned image. What a wonderful world! (And in this moment of total relaxation never ever think about the sore muscles that will undoubtedly haunt you for the next few days and on the following rides.


Sonntag, 11. Mai 2014

Biker fehlt...

Trotz meiner Bedenken konnten wir am Freitagmorgen früher als geplant in Richtung Süden losfahren, mit einem einzigen Auto und vier Mountainbikes im Kofferraum. Auch das Gepäck von vier Personen musste Platz haben, inklusive Kaffeemaschine, Bikerucksäcke, Helme und was der moderne Biker (und natürlich die Bikerin) von heute sonst noch so braucht. Meine nicht ganz eigennützige Offerte, Chauffeur zu spielen, wurde erstaunlicherweise ohne Gegenwehr angenommen, was mich ziemlich erleichterte (mir wird grausam übel, wenn ich hinten im Auto sitzen muss, mal ganz abgesehen von den unterschiedlichen Fahrstilen der einzelnen Personen, Anwesende ausgenommen).

Nach einer Nacht in Bozen kamen wir gestern Nachmittag im Bikemekka Europas an, Wohnungsbezug ist vollbracht und das doch ziemlich hohe Auto steht mittlerweile in der Tiefgarage, mit ca. 2cm Luft zwischen Dachkoffer und Garagendecke. Ganz entspannt machten wir uns dann nach einem selber gekochten Abendessen (ideal an einem tourenfreien Tag, wenn man noch keine Höhenmeter in den Beinen hat und einfach nur noch sitzen will, aber ganz sicher nicht auch noch kochen) an die Tourenplanung für heute.

Einfahrtour nannten wir es, naja, wenn ich jetzt meine Beine (und meine Lunge) frage, sieht das ziemlich anders aus. Etwas mehr als tausend Höhenmeter laufen bei mir üblicherweise nicht mehr unter Einfahrtour, aber egal, Spass hat es gemacht und die Muskeln sind bis morgen hoffentlich erholt. Fazit: Wunderschöne erste Tour, windiges Wetter, echt italienische Zwischenverpflegung auf dem Monte Velo (kein Witz, der heisst tatsächlich so), unfreundliche Bedienung, müde Beine, kleiner Unfall mit zum Glück nur Hautschaden, fehlender Biker bei Fotoshooting (siehe Bild), verirrungsbedingter Umweg meinerseits, der nicht hätte sein müssen (inklusive Zusatzhöhenmeter und Gegenwind, der mein Repertoire an Fluchwörtern mal wieder aktiviert hat), Apéro am See und nun frisch geduscht mit hochgelegten Beinen am Text schreiben. Was will man mehr? Aussicht auf eine Pizza in der Stadt ist ein Zusatzplus, Hunger wäre schon da, aber zwei von vier Personen fehlen noch.

Morgen steht zur Entlastung der müden Beine eine Tour bevor, auf der man ziemlich lange, steil und mühsam schieben muss (der Spruch „Schleiken statt Biken“ ist sehr treffend). Vermutlich jammern meine Beine morgen noch etwas mehr als heute, aber da müssen sie wohl durch, wenn sie die sagenhafte Abfahrt mitmachen möchten. Ich werde ihnen mal noch gut zureden heute Abend (und morgen ganz sicher den ganzen Tag über), der Weingenuss wird reduziert (naja, mal sehen), der tiefe Schlaf ist vorbestellt. Ich freue mich! (Und frage mich gleichzeitig, weshalb, wenn ich doch jetzt schon weiss, dass die Schlepperei eine unbeschreiblich mühsame Angelegenheit sein wird. Gut, wissen unsere zwei Mitbiker noch nicht, was ihnen wirklich blüht…).

Genau wegen solcher unglaublicher Bikestrecken nimmt man kaputte Beine in Kauf und schleppt das Bike immer mal wieder denselben Berg hoch. Wunderschöne Abfahrt, die mitten auf dem Hauptplatz in Riva endet. Ohne Zwischenhalt in einer der Hafen-Bars, die sich hier aneinander reihen, bewegt sich mein Mountainbike keinen Meter mehr in Richtung Dusche.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Fatalehrgana



Was? Hä? Wie bitte? Fatalehrgana… ein Wort, das es auf meine Favoritenliste für das Un-Wort des Jahres 2014 schafft. Zum ersten Mal begegnet sind wir uns gestern, allerdings in leicht anderer Gestalt.
(nein, natürlich nicht so!)

Ivan, ein Arbeitskollege von mir und begnadeter E-Learning-Autor (er wäre meiner Ansicht nach die absolute Wunschbesetzung als Ghostwriter für meinen Blog) hat eine Zusammenfassung zur Swiss e-Learning Conference 2014 gemailt, aus der hervorgeht, dass trotz steigender e-Learning Angebote eine persönliche Betreuung unverzichtbar ist.

Der weitere Mailverkehr zwischen ihm und mir klingt erstmal wie eine Werbeaktion für e-Learning: 
-
Spielerisches Lernen
- Lernen im Schlaf
- Lernen Sie Spanisch in 30 Tagen
- Berufsbegleitender MBA
- Lernspass mit…
- X leichtgemacht 
- etc. etc.
Lernen macht also spielend Spass, fällt leicht und geht wie von selbst. 

Nun ja, alle unter uns (insbesondere die nicht mehr ganz Jungen), fühlen sich jetzt leicht irritiert oder kommen selbstreflektierend gar zum Schluss, dass ihnen allenfalls die nötige Portion Intelligenz fehlt. DENN: Lernen fällt definitiv NICHT leicht, im Schlaf geschafft habe ich es auch noch nie, und Spielen tu ich sowieso nicht gern. Allerhöchstens hat mir Lernen schon mal Spass gemacht, aber auch das kommt eher selten vor.


Obige Liste ist also tatsächlich eine Fatamorgana des Bildungssektors, kurz und bündig eben nach Ivan eine Fatalerngana. Ich habe das Wort für mich kurzerhand zwecks einfacherer Aussprache in Fatalehrgana umbenannt und bereits in meiner oben genannten Favoritenliste als potentieller Sieger gekennzeichnet.

Im selben Mailverkehr stolperte ich auch erstmals im Leben über ein anderes mir unbekanntes Wort, auch dieses ist mir bereits sehr ans Herz gewachsen: „quixotisch“. Wenn ihr jetzt nur Bahnhof versteht, hier ein Tipp von mir: google weiss es!

Meine neue Stelle verhilft mir offensichtlich zu einem rasant wachsenden Wortschatz, was ich natürlich als einen riesigen Pluspunkt erachte (unabhängig davon, ob sich diese neu gelernten Wörter auch tatsächlich in der realen Welt anwenden lassen). DANKE IVAN! (Und ich hoffe auf noch ganz viele weitere neue Wörter)



Sonntag, 4. Mai 2014

Regenwetter



Eigentlich müsste es ja Regenwurmwetter heissen, um die Stimmung richtig zu umschreiben. Aber bevor ich mich in dieses Thema vertiefe, hier erst mal ein grosses Dankeschön an den lieben Petrus (und an die nette Frau Holle, die diesen Frühling zum Glück durch Abwesenheit glänzt). Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir, auch wenn es jetzt gerade 3 Tage regnet, einen wunderbar sonnigen, warmen Frühling. 

Im Februar vor einem Jahr haben wir mit einem Umbau begonnen, und ich erinnere mich ausschliesslich an Samstage, die wir triefend vor Nässe und mit roten Nasen draussen auf der Baustelle verbracht haben. Mit klammen Händen lässt sich ein Presslufthammer wirklich nicht so gut bedienen, und die triefende Nase verhilft auch nicht zu einer besseren Konzentration. 
Woche für Woche hat es geregnet, zur Abwechslung auch mal geschneit - es gibt nach meinem Geschmack zu viele Beweisfotos, die unsere Baustelle mit Schnee überdeckt zeigen. Auch wenn ich mich nicht zu den wetterfühligen Menschen zähle, die Regenwetter nicht ausstehen können: Der letzte Frühling hat auch bei mir ab ungefähr April Zähneknirschen und Morgenknurren hervorgerufen.

Ganz im Gegensatz zu diesem Jahr. Ich weiss nicht, wie viele Sonnenstunden ich schon im Liegestuhl (im nun fertig umgebauten Garten) verbracht habe. An den richtig warmen Tagen sogar bereits mit einem Glas Mojito in der Hand (was normalerweise erst im Hochsommer aktuell wird), natürlich mit Pfefferminzblättern aus dem eigenen Garten versehen. Luxus pur!

Aber zurück zum Regenwurmwetter: Jeden Morgen, an dem es regnet, wird es schlimmer, das Regenwurmwetter. Die nassen Dinger, die von oben auf mich herabtropfen auf dem Weg zum Bahnhof sind an sich kein Problem. Was mir aber richtig Bauchweh macht ist der Geruch auf der Strasse. Je mehr Regenwürmer unterwegs sind (oder eben nicht mehr unterwegs), desto stärker riecht es nach verrottenden Tieren. Unzählige plattgewalzte Würmer liegen auf dem Trottoir, und geben entsprechende Düfte von sich. Das ist wirklich ein Geruch, der mir den Magen umdreht, vom Anblick ganz zu schweigen. Ich versuche auszuweichen, aber offensichtlich gibt es viele Menschen (und deren Rollkoffer), die emotionslos Regenwürmer platttreten (eigentlich ein schönes Wort, wenn man nicht an seine Konsequenzen denkt) und nicht einen einzigen kleinen Schritt zur Seite machen. Ob diese Menschen auch den Geruch nicht wahrnehmen, sondern einfach blindlings durch die Gegend laufen?

In meiner Welt gibt es fortan einen Unterschied zwischen Regenwetter und Regenwurmwetter. Regenwetter herrscht dann, wenn es zwar regnet, aber die Regenwürmer Zuhause bleiben (weil es ihnen zu kalt ist), Regenwurmwetter hingegen ist demzufolge immer dann, wenn die Würmer unterwegs sind. 

Einfaches Regenwetter (Winter) ist mir deutlich lieber, aber der Anteil an Regenwurmwetter (Frühling, Sommer, Herbst) ist nun mal saisonal bedingt grösser. Vielleicht könnte man zusätzlich zu den „Achtung Igel“-Tafeln auch „Achtung Regenwurm“-Tafeln aufstellen. Ob man mich wohl gleich verhaften/einliefern würde, wenn ich das dem Gemeinderat vorschlage?