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Montag, 26. Oktober 2015

Herbst!!!!

Herbst ist neben Winter, Frühling und Sommer meine Lieblings-Jahreszeit. Nicht weil ich unten grau – oben blau sehr schätze (insbesondere nicht dann, wenn ich im Grau sein muss), sondern wegen der schönen intensiven Farben. Und natürlich wegen der Temperaturen. Vergangenes Wochenende beispielsweise war schlicht perfekt: Samstag bot sich an für Gartenarbeit, an der Sonne war es angenehm warm, die heruntergefallenen Blätter waren einigermassen trocken und einfach aufzusammeln, die Finger froren nicht ein (nun gut, Thermo-Bauhandschuhe sei Dank). Die Windstille erlaubte es sogar, abends draussen zu essen, schön warmgehalten vom grossen Feuer.
Und JA, wir sind wohl die einzigen Bewohner im Dorf,
die noch immer draussen essen... etwas verrückt muss sein.
Sonntag dann zeigte sich noch königlicher, nicht nur weil die Gartenarbeit vollbracht war und ein freier Tag rief. Nach dem Frühstück zogen wir los, eine Rekognoszierungstour auf den Tanzboden war angesagt, wo wir ende Dezember einen runden Geburtstag feiern werden. Die letzten Details wollten wir persönlich besprechen und die wunderbare Aussicht noch einmal bei Tageslicht geniessen. Am Geburtstag selber wird es dunkel sein, mit Glück beleuchtet vom Vollmond und bei Neuschnee, wer weiss? Ich stehe schon mal in Kontakt mit Frau Holle und dem Klare-Nacht-Chef.

Oben angekommen erwartete uns die Panorama-Sicht
und das wie immer sympathische Hüttenpersonal, wobei das Wort "Personal" eigentlich falsch ist. Wir stürzten uns halb verdurstend auf das grosse Rivella und danach ins Gespräch mit der Hütten-Chefin. Beim Thema Fondue kam unweigerlich die Wein-Frage auf. Rot oder weiss? Natürlich traditionsgemäss Weiss, keine Frage. Aber welcher der fünf Weine? Zwei davon schlossen wir von Beginn weg aus, was die Chefin jedoch nicht kommentarlos akzeptierte. Wir bissen also in den sauren Apfel (resp. in die saure Traube) und degustierten trotz vorgängigem Ausschluss, damit wir sie mit gutem Gewissen von der Liste streichen konnten.
Da blieben also noch immer die übrigen drei. Aus dem Wallis mussten sie sein, also reduzierte sich die Liste auf zwei Optionen. Auch diese mussten wir wieder probetrinken, und obwohl es mich so kurz nach dem Frühstück überhaupt rein gar nicht nach Weisswein gelüstete, lohnte sich die Degustation. (Ich weiss jetzt, dass ich grundsätzlich nicht einfach ausschliessen darf, nur weil ich seit Jahren eine Aversion sagen wir mal gegen Federweissen habe. Manchmal muss ich offensichtlich zum Glück gezwungen werden.)


Zurück auf der heimischen Terrasse reichten die zwei verbleibenden Sonnenstunden gerade noch für das Studium der Sonntagslektüre, natürlich im Liegestuhl, den wir in weiser Voraussicht noch nicht eingewintert haben. Was will man mehr?

Dienstag, 9. Juni 2015

Mein ewiges Leid (oder Lied?) mit der Temperatur



Ich versuche mich immer noch von der Hitze zu erholen, die ich am Wochenende erleiden musste. Und ja, ich weiss, dass ich mir mit dieser Aussage nicht nur Freunde mache. Jedenfalls leide ich auch dieses Jahr wieder an Temperaturüberdosis, hoffentlich wird das mit zunehmendem Alter besser. Dies zumindest wurde mir von etwas weiseren Damen in meinem Umfeld versprochen. Helfen sollen anscheinend auch regelmässige Saunabesuche, solche habe ich mir für den kommenden Winter vorgenommen.
...oder vielleicht doch besser nicht?
Um sich in dieser Hitze doch ab und zu (und nicht unter Lebensgefahr) bewegen zu können, flohen wir am Sonntag ganz früh in die Höhe. Los ging die Tour in Ebnat-Kappel, wo uns auf dem Parkplatz gerade noch ein paar Nachtschwärmer auf dem Weg ins Bett begegneten. Trotz der frühen Stunde war es schon ziemlich warm und meine Motivation entsprechend tief (mein armer Mann…). Ich liess mir selbstverständlich nichts anmerken, und versuchte auch ohne Gejammer loszupedalen (mehr oder weniger erfolgreich).

900 Höhenmeter später und viele Liter Schweiss ärmer trafen wir auf dem Tanzboden ein. Hechelnd schaffte ich es gerade noch mein Bike an die Stange zu hängen, bevor ich erschöpft auf die nächstbeste Sitzgelegenheit sank (natürlich im Schatten). Nach einigen tiefen Atemzügen realisierte ich, wie perfekt dieser Ort ist, einmal mehr, Sommer wie Winter. Die 360-Grad-Panorama-Sicht mit Zürichsee und rundherum Bergketten ist einfach fantastisch.

Auf der Suche nach einem etwas weniger windigen Platz stolperte ich hinter dem Haus auf ein paar Liegestühle, die mich (unerklärlicherweise) magisch anzogen. Wir liessen uns in die Stühle plumpsen, bestellten einen frisch gebackenen, noch warmen, Früchtefladen und fertig war das Stilleben auf der Alp. Fehlte nur noch der Alp-Hund, der auch gleich daherzuwatscheln kam (und mich mit bettelnden Augen ansah, bis ich das letzte Stück Kuchenkrümel verspiesen habe). 

Da wir wissen, dass alles ein Ende hat (ausser die Wurst), musste ich mich mit dem Gedanken anfreunden, früher oder später wieder in die fiese Hitze des Flachlands zurückzukehren. Immerhin lag zwischen Höhenluft und Flachlandbackofen noch eine klimatisierte Autofahrt, während derer ich meine Füsse tieffrieren liess, damit ich Zuhause nicht auf der Stelle wieder einen Hitzestau habe.

Die gute Nachricht: Heute ist es deutlich kühler und ich geniesse die Hühnerhaut gleich doppelt.