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Dienstag, 2. Juni 2015

Hochzeits-Zeit



Am Samstag war der grosse Tag, auf den sich viele Leute mit Freude vorbereitet haben. Allen voran natürlich das Brautpaar und die Trauzeugen, aber auch die Gäste hatten alle Hände voll zu tun vor dem Anlass. Was es da nicht alles zu erledigen gilt, mal ganz abgesehen vom unliebsamen Garderobe-Thema, das insbesondere mich ziemlich auf Trab gehalten hat.

Ein Rezept war gefragt, ein Beitrag für die Hochzeitszeitung sollte gedruckt (also zuerst mal erfunden) werden, ein Film für das Brautpaar wurde gebastelt, Wein für die „Grossmutter-Helfer“ bestellt. Aber danach durften wir einfach nur noch in den Car steigen und wurden für den Rest des Tages gut bedient und unterhalten.

Gelacht habe ich auch viel, z.B. als die Braut während der Trauung in der Kirche beinahe vom Stuhl fiel, nicht vor Schreck, nein, ich glaube, sie hatte einen technischen Defekt, sprich ihr Kleid war etwas rutschig für diese Art von Stühlen. Aber auch die Fotos, die während des Tags entstanden sind, sind vermutlich immer mal wieder einen Blick wert, und ich beziehe mich hier nur auf unsere eigenen Fotos. Die tausenden von Bildern, die die Fotografinnen (jawohl, Mehrzahl) geschossen haben, werden wohl ziemlich gut gefiltert werden müssen, um eine einigermassen überschaubare Auswahl hinzubekommen. Aber das ist ja zum Glück nicht unser Problem.


Wir sind, nebst dem Grillfleisch natürlich, ziemlich vielen Tieren begegnet: Einer erst lebenden, dann toten Maus, ein paar (leide platte) Igel haben unseren Weg gekreuzt (oder ist das eine falsche Formulierung?), zwei Füchse sind über die Strasse spaziert und zu guter Letzt, morgens um halb vier mitten in Winterthur, flösste uns noch die aggressive Spezies "Nachtschwärmer" Angst ein (das ist wirklich eine ganz besondere Art… ich war schockiert und bin froh, dass ich nicht mehr mitten in der Nacht im Ausgang sein muss). 

Nebst der oben genannten, hier verbreiteten Artenvielfalt hielt ich aber in erster Linie Ausschau nach Haien. Richtig, Haie! Das Hochzeitsfest hat unmittelbar am Rheinufer stattgefunden, und aufgrund dieser Tafel…

…hatte ich wirklich allen Grund zur Hoffnung, dass sich die Kantonspolizei Thurgau ja vielleicht doch geirrt hat und ich einen Hai sehen würde. Wer weiss? Irgendwann jedoch wurde es zu dunkel und zu kalt für die Hai-Schau, da war mir das Dessert-Buffet dann doch irgendwie näher. Alles in Allem ein gelungener Tag, und dazu kommt, dass ich seit genau jenem Samstag auch weiss, dass ich mein Kleid gleich noch einmal verwenden kann, und zwar schon in einigen Wochen an einer anderen Hochzeit, die ich so eher nicht erwartet habe. Naja, immerhin bleibt mir der erneute Gang in diverse Läden erspart, Frisur bleibt dieselbe und der Schminktopf ist sowieso minim bis nicht vorhanden. Das nächste Fest kann kommen, ich bin bereit!


Donnerstag, 28. Mai 2015

Velo

Nach einigen Arbeitstagen sind die Bike-Touren der vergangenen zwei Wochen schon fast in Vergessenheit geraten. Aber nur fast, denn neben den zerschundenen Armen und Beinen meines Mannes erinnert mich auch mein kaputter Velosattel an die schöne Zeit. Vor meiner nächsten Tour muss ich diesen ersetzen, denn entgegen der Meinung einiger meiner Kollegen habe ich keine masochistischen Züge an mir.
Gestern also nichts wie los in den neuen Veloplus, als Belohnung nach einer hoffentlich letzten Einkaufstour für die anstehende Hochzeit meiner Stieftochter (ob es wohl kein neu-deutsches Wort dafür gibt, das besser klingt, z.B. "not-quite-daughter", egal, einfach ein wohlklingenderes Wort. Und wenn ich daran denke, zu was mich ihr künftiger Nachwuchs macht: Stiefgrossmutter! Schauder…). Schnell zurück zum Veloplus: Dort hat es selbstverständlich neben vielen coolen Tools auch diverse Velosättel. Und während ich einige ausprobiere, sinniere ich über mein Velo.

Mein Velo (auch als "Eseli" bekannt) ist ein Mountainbike. Mountainbike ist (ganz im Gegensatz zu Stiefgrossmutter) ein Wort, das mir geläufiger ist, und auch logisch scheint. Denn Mountain heisst Berg und Bike heisst Velo, also habe ich ein Velo, das für den Berg gemacht ist. Velo ist im ersten Moment kein logischer Begriff, nehmen wir also Fahrrad. Ein Rad, mit dem man fährt. Oder? Aber ganz so einfach finde ich auch das nicht, denn ich fahre ja mit zwei Rädern (die wenigstens meiner Mitmenschen fahren Einrad, auch wenn das höchst faszinierend ist und es sogar Downhill-Einräder gibt). Es müsste konsequenterweise also nicht Fahrrad, sondern Fahrräder oder Fahrzweiräder heissen.


Und Velo? Spannend, was mein Kollege Guugel dazu meint. Nämlich, dass Velo ein veralteter Begriff für Fahrrad ist (was vermutlich nicht ganz korrekt ist, zumindest nicht für Schweizer) und eine Abkürzung von Veloziped. Veloziped setzt sich aus den lateinischen Wörtern "velox" und "pes" zusammen, was soviel wie Schnellfuss bedeutet. Wie man wohl von Schnellfuss auf Velo kommt? Meine Vermutung: Mit dem Velo ist man schneller als zu Fuss, voilà, die Erklärung. Nicht ganz wissenschaftlich fundiert, aber logisch hergeleitet;-)

Einen Sattel für mein Veloziped habe ich nun immer noch nicht...

...aber da ich diesen für die Hochzeit sowieso nicht brauche, ist es keine Tragödie. Bis zur nächsten Tour sitze ich dann mit Sicherheit wieder bequemer, und sonst mutiere ich zum Jogger.